Dreispitz

Vom geschlossenen Areal zur offenen Stadt: Eckpunkte und Visionen der Transformation im Dreispitz von 1840 bis heute

Ursprung des Dreispitz

Der Dreispitz, dessen Name von seinem keilförmigen Umriss herrührt, ist ein ehemaliges Landwirtschaftsgebiet, das Christoph Merian ab 1840 sukzessive erwarb und seinem Stammsitz Brüglingen anschloss. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Gebiet zum Standort von Materiallagern, Logistik, eines Zollfreilagers, von Gewerbe und Industrie – mit einer eigenen Bahn und Anschluss an das Schienennetz der SBB.

Rund hundert Jahre später verändert sich der Dreispitz erneut: Die Metallindustrie, das produzierende Gewerbe und die Logistik verlassen das Areal. Detailhandel, Dienstleistungsbetriebe, Bildungs-, Freizeit- und Kulturangebote rücken nach. Auch Wohnraum entsteht im Dreispitz.

Erste planerische Grundlagen

Die CMS, die Kantone Basel-Stadt und Baselland sowie die Gemeinde Münchenstein beauftragen die Architekten Herzog & de Meuron, Entwicklungsszenarien auszuarbeiten. Die Devise lautet: öffnen, entdecken, vereinen, transformieren. Daraus entsteht die 2002 publizierte «Vision Dreispitz». Auf dieser Basis wird während zehn Jahren an einer bikantonalen Nutzungsplanung gearbeitet. In dieser Zeit wird das Freilagerquartier mit den drei Leuchttürmen Schaulager, Hochschule für Gestaltung und Kunst (HGK) und Haus der Elektronischen Künste Basel (HEK) realisiert.

2014 erkennt die CMS, dass das Vorhaben aufgrund seiner Komplexität weder wirtschaftlich tragbar noch juristisch und politisch umsetzbar ist. Sie kündigt den städtebaulichen Rahmenvertrag mit den Kantonen und der Gemeinde.

Neue Entwicklungsziele, Gleisbogen und Dreispitz Nord

Unter Einbezug der Baurechtsnehmer und weiterer Partner unternimmt die CMS einen weiteren Anlauf und definiert neue Entwicklungsziele. Den Gleisbogen Dreispitz, bis 2017 noch Herzstück des Güterumschlags, macht die Stiftung zum öffentlichen Raum. Die stillgelegten Gleise entlang der Wien-Strasse werden seither für kulturelle, soziale und ökologische Projekte umgenutzt.

Gemeinsam mit der Genossenschaft Migros Basel und dem Kanton Basel-Stadt lanciert die CMS einen städtebaulichen Wettbewerb. Im Dezember 2017 wird das Siegerprojekt von Herzog & de Meuron der Öffentlichkeit vorgestellt, 2020 das Richtprojekt «Dreispitz Nord» präsentiert.

Geplant sind zwei grosszügige Parkanlagen und 800 Wohnungen. In den kommenden Jahren entstehen Büros und Gewerberäumlichkeiten, ein Quartier- und ein Jugendtreff sowie Cafés, Restaurants und kleine Läden. Auf das Dach des MParc kommt eine Sekundarschule, ein Novum für die Schweiz.

Plan Guide und das Uniquartier Dreispitz

In Zusammenarbeit mit Herzog & de Meuron entsteht aktuell der Plan Guide als strategisches Planungsinstrument für den gesamten Dreispitz. Damit kann die Transformation gesteuert und flexibel auf Entwicklungen reagiert werden. Zentral sind vier Themen- und Handlungsfelder: Wirtschaftlichkeit, Quartiere, Mobilität und Stadtklima.

2018 zieht die Holzhandelsfirma Thüring in einen Neubau im Wirtschaftspark Dreispitz. Dadurch entsteht im Dreieck Leimgrube Platz für die Hochschule für Wirtschaft der FHNW. Die Fachhochschule Nordwestschweiz plant hier, nach der Hochschule für Gestaltung und Kunst am Freilagerplatz, ihren zweiten Standort im Dreispitz. Ebenfalls 2018 beschliessen die Regierungen der beiden Basel zudem einen basellandschaftlichen Standort für die Universität Basel auf dem Dreispitz. Die Juristische und die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät sollen auf Münchensteiner Boden ziehen.

2021 lancieren Grundeigentümerin (CMS) und Investorin (SPSI) einen Studienwettbewerb. Fünf renommierte Architekturbüros aus dem In- und Ausland nehmen teil. Erste Resultate werden 2022 präsentiert. Ziel ist ein Uniquartier mit Bildung, Wohnen und Quartiernutzungen.