Christoph und Margaretha Merian-Burckhardt

Christoph und Margaretha Merian haben sich ein Leben lang für Basel eingesetzt. Das Vermögen des Ehepaars wirkt bis heute in der von ihnen gewollten Stiftung nach. Das Leben von Christoph Merian und seiner Frau Margaretha, geb. Burckhardt, war von tiefer Frömmigkeit und sozialem Verantwortungsbewusstsein geprägt. Gemeinsam unterstützten sie eine Vielzahl gemeinnütziger Werke. Der kinderlose Christoph Merian setzte seine Ehefrau und nach ihr die Stadt Basel zu seinen Haupterben ein.

Bild 1834 Christoph Merian jpg
Bild 1835 Margaretha Merian jpg

Die Familien Merian und Burckhardt kommen aus dem Jura bzw. aus dem Schwarzwald nach Basel.

Christoph Merian wird geboren. Seine Eltern kommen aus sehr vermögenden Familien. Der Vater handelt weltweit mit Waren und wird «der reiche Merian» genannt.

Margaretha Burckhardt wird geboren. Sie stammt aus einer Industriellenfamilie, die Seidenstoffe produziert.

Christoph Merian wird zuerst privat unterrichtet, danach im Gymnasium, es folgt eine Handelslehre. Anschliessend besucht er die Landwirtschaftsschulen in Hofwyl bei Bern und Hohenheim bei Stuttgart, bereist England und Frankreich. Margaretha Burckhardt erhält ebenfalls privaten Elementarunterricht, bevor sie die Mädchenschule abschliesst.

Heirat von Christoph und Margaretha Merian-Burckhardt. Zur Heirat schenkt Vater Merian dem jungen Paar den Brüglingerhof mit Villa in den heutigen Merian Gärten.1824–1853 Christoph Merian erweitert durch Landkäufe sein väterliches Hochzeitsgeschenk, Brüglingerebene, Neue Welt, St. Jakob, der Dreispitz, das Ruchfeld und weitere Landflächen kommen hinzu. Merian wird zum grössten privaten Grundbesitzer der Schweiz.

Christoph Merian erbt von seiner Mutter CHF 3,6 Mio., und von seinem Vater CHF 9,5 Mio. Er ist ein konservativer Geschäftsmann, vergibt Hypothekarkredite und investiert in Staatsanleihen. Margaretha Merian hat durch eigene Erbschaften und die Mitgift damals ein Privatvermögen von CHF 120’000.

In seinem ersten, noch vertraulichen Testament bestimmt Merian die Verwendung seines Vermögens für gemeinnützige Zwecke. In seinen letzten vier Lebensjahren tritt er mit öffentlichen Spenden an soziale und religiöse Einrichtungen in Erscheinung. Das grösste Projekt ist der Bau der Elisabethenkirche.

Merian bestimmt in seinem zweiten Testament die Stadt Basel nach dem Tode Margaretha Merians als Universalerbin des Vermögens.

Christoph Merian stirbt, und sein Testament wird veröffentlicht. Ein kleinerer Teil des Vermögens geht direkt an Verwandte, Angestellte und Bekannte sowie an die Basler Armutsinstitutionen. Den Grossteil des Erbes vertraute er Margaretha Merian an, die das Vermögen bis zu ihrem Tod verwaltet und selbst weitere Spenden vergibt. Besondere Aufmerksamkeit schenkt sie ihrem streng evangelischen Kindergarten neben der Elisabethenkirche.

Margaretha Merian und die Stadt Basel einigen sich darauf, dass die Verwandten des Stifterpaars in der künftigen Stiftungskommission stets mit einem Sitz vertreten sind.

Die CMS erscheint im baselstädtischen Grundbuch erstmals. Die Einwohner- und Bürgergemeinde regeln die zukünftige Stiftungsorganisation im Detail.

Margaretha Merian stirbt. Auch aus ihrem Vermögen erhalten gemeinnützige Institutionen erhebliche Einzelbeträge. Das Vermögen Christoph Merians (rund CHF 11 Millionen und 300 Hektaren Land) geht an Basel über. Die CMS tritt in Kraft, und die Stiftungskommission hält ihre erste Sitzung ab.

Die im Jahr 2011 im Christoph Merian Verlag erschienene Biografie verortet Christoph und Margaretha Merian in den Zusammenhängen der Geschichte Basels im 19. Jahrhundert und behandelt das Stifterpaar als Grundbesitzer und Investoren, Stadt- und Staatsbürger, Philanthropen und Kirchenstifter.