Geschichte

Christoph und Margaretha Merian haben sich ein Leben lang für Basel eingesetzt. Das Vermögen des Ehepaars wirkt bis heute in der von ihnen gewollten Stiftung nach.

Portrait des Stifters Christoph Merian.
Das Bild zeigt Margaretha Merian-Burckhardt.

Die Familien Merian und Burckhardt kommen aus dem Jura bzw. aus dem Schwarzwald nach Basel.

Christoph Merian wird geboren. Seine Eltern kommen aus sehr vermögenden Familien. Der Vater handelt weltweit mit Waren und wird «der reiche Merian» genannt.

Margaretha Burckhardt wird geboren. Sie stammt aus einer Industriellenfamilie, die Seidenstoffe produziert.

Christoph Merian wird zuerst privat unterrichtet, danach im Gymnasium, es folgt eine Handelslehre. Anschliessend besucht er die Landwirtschaftsschulen in Hofwyl bei Bern und Hohenheim bei Stuttgart, bereist England und Frankreich. Margaretha Burckhardt erhält ebenfalls privaten Elementarunterricht, bevor sie die Mädchenschule abschliesst.

Heirat von Christoph und Margaretha Merian-Burckhardt. Zur Heirat schenkt Vater Merian dem jungen Paar den Brüglingerhof mit Villa in den heutigen Merian Gärten.

Christoph Merian erweitert durch Landkäufe sein väterliches Hochzeitsgeschenk, Brüglingerebene, Neue Welt, St. Jakob, der Dreispitz, das Ruchfeld und weitere Landflächen kommen hinzu. Merian wird zum grössten privaten Grundbesitzer der Schweiz.

Christoph Merian erbt von seiner Mutter CHF 3,6 Mio., und von seinem Vater CHF 9,5 Mio. Er ist ein konservativer Geschäftsmann, vergibt Hypothekarkredite und investiert in Staatsanleihen. Margaretha Merian hat durch eigene Erbschaften und die Mitgift damals ein Privatvermögen von CHF 120’000.

In seinem ersten, noch vertraulichen Testament bestimmt Merian die Verwendung seines Vermögens für gemeinnützige Zwecke. In seinen letzten vier Lebensjahren tritt er mit öffentlichen Spenden an soziale und religiöse Einrichtungen in Erscheinung. Das grösste Projekt ist der Bau der Elisabethenkirche.

Merian bestimmt in seinem zweiten Testament die Stadt Basel nach dem Tode Margaretha Merians als Universalerbin des Vermögens.

Christoph Merian stirbt, und sein Testament wird veröffentlicht. Ein kleinerer Teil des Vermögens geht direkt an Verwandte, Angestellte und Bekannte sowie an die Basler Armutsinstitutionen. Den Grossteil des Erbes vertraute er Margaretha Merian an, die das Vermögen bis zu ihrem Tod verwaltet und selbst weitere Spenden vergibt. Besondere Aufmerksamkeit schenkt sie ihrem streng evangelischen Kindergarten neben der Elisabethenkirche.

Margaretha Merian und die Stadt Basel einigen sich darauf, dass die Verwandten des Stifterpaars in der künftigen Stiftungskommission stets mit einem Sitz vertreten sind.

Die CMS erscheint im baselstädtischen Grundbuch erstmals. Die Einwohner- und Bürgergemeinde regeln die zukünftige Stiftungsorganisation im Detail.

Margaretha Merian stirbt. Auch aus ihrem Vermögen erhalten gemeinnützige Institutionen erhebliche Einzelbeträge. Das Vermögen Christoph Merians (rund CHF 11 Millionen und 300 Hektaren Land) geht an Basel über. Die CMS tritt in Kraft, und die Stiftungskommission hält ihre erste Sitzung ab.

Die CMS beginnt das Dreispitzareal an Basel-Stadt zu verpachten. Der Kanton legt Materiallagerplätze an und richtet einen Eisenbahnbetrieb ein. Es entsteht ein reines Industrie- und Gewerbeareal.

Die neue Mittlere Brücke geht in Betrieb. Sie ist eine der zahlreichen öffentlichen Bauten, deren Bau die CMS um die Jahrhundertwende herum finanziert.

Die CMS kauft den Iglingerhof, einen der zahlreichen Höfe, welche die Stiftung im 20. Jahrhundert erwirbt und verpachtet.

Überbauung des Gellertfelds inklusive Alterssiedlung. Damit leitet die CMS ihren grossmasstäblichen Wohnungs- und Siedlungsbau als Teil der Ertragsgewinnung ein.

Der Kauf von Hofgut und Waldungen Löwenburg ist der grösste Landerwerb der CMS. Mit der Löwenburg und dem Schlatthof als stiftungseigenen Betrieben beginnt die Stiftung, sich direkt mit Land- und Umweltfragen zu befassen.

Die CMS stellt einen Teil des Brüglinger Stammlands für einen botanischen Garten zur Verfügung. Daraus entwickeln sich über die Grün 80 und weitere Ausbau- und Umgestaltungsschritte die heutigen Merian Gärten als öffentliche Naherholungszone.

Die zwölfjährige Gesamtsanierung des St. Alban-Tals beginnt. Die Sanierung bedeutet für die Stiftung eine umfassende und erstmalige Projekt-Durchführung in zusammenhängender städtebaulicher, gesellschaftlicher und kultureller Hinsicht. Im St. Alban-Tal werden die Basler Papiermühle und das Museum für Gegenwartskunst eröffnet

Der Christoph Merian Verlag wird gegründet, um das Basler Stadtbuch zu retten, das bereits seit 1973 von der CMS herausgegeben wird. Im Verlag erscheinen bis heute pro Jahr rund ein Dutzend Publikationen mit Bezug zu Basel in Gegenwart und Vergangenheit. Das Stadtbuch ist mittlerweile zu einem reinen Online-Service ausgebaut worden.

Das Cartoonmuseum wird als Schenkung Teil der Christoph Merian Stiftung. Das national und international beachtete Museum präsentiert die «Neunte Kunst» in ihren historischen und aktuellen Ausprägungen.

An der Wallstrasse richtet die CMS das Tageshaus für Obdachlose und Suchterkrankte ein. Ab den 1980er-Jahren richtet die Stiftung den Fokus auf die Gründung von sozialen, soziokulturellen und kulturellen Institutionen.

Die CMS übernimmt vom Kanton die direkte Bewirtschaftung des Dreispitzareals und startet dessen Entwicklung zu einem urbanen Stadtquartier.

Das Kunstmuseum präsentiert sieben Kunstwerke, darunter ein Bild von Pablo Picasso, als Schenkung der Frank und Alma Probst Stiftung. Diese ist die bedeutendste Zustiftung innerhalb der 2018 gegründeten Dachstiftung der Christoph Merian Stiftung.

Die Stiftung baut auf dem Dreispitz ein schweizweit einzigartiges, 170 Meter langes Naturschwimmbad in einer stillgelegten Eisenbahnrampe. Die Eröffnung ist im Sommer 2027 geplant.

Die im Jahr 2011 im Christoph Merian Verlag erschienene Biografie verortet Christoph und Margaretha Merian in den Zusammenhängen der Geschichte Basels im 19. Jahrhundert und behandelt das Stifterpaar als Grundbesitzer und Investoren, Stadt- und Staatsbürger, Philanthropen und Kirchenstifter.